Kippsicherungen bei Fussballtoren
Gesetzliche Vorschriften
Alle versetzbaren, mobile Tore (Typ 3 und 4) müssen gemäß DGUV sowie DIN-EN 748 gegen Umkippen gesichert sein. Die Normen fordern eine kippsichere Konstruktion sowie geeignete Verankerungen. Bei einer Auslage bei einem Jugendtor von 1,00 m sind beispielsweise 200 kg Gegengewicht erforderlich, um die geforderte Standfestigkeit von 1100 N zu erreichen.
Zur Sicherung können Bodenhülsen mit Adapter, Einzelgewichte, Gewichtsrollen sowie Erdanker eingesetzt werden. Der erforderliche Ballast ist abhängig von der Auslage des Tores. Entsprechende Gewichtswerte wurden vom TÜV- Nord ermittelt.
Benötigtes Gewicht nach DIN-EN 748:
• Trainingstor (7,32 x 2,44m) mit 2,00 m Auslage = 100 kg
• Trainingstor (7,32 x 2,44m) mit 1,50 m Auslage = 170 kg
• Jugendtor (5,00 x 2,00m) mit 2,00 m Auslage = 100 kg
• Jugendtor (5,00 x 2,00m) mit 1,50 m Auslage = 125 kg
• Jugendtor (5,00 x 2,00m) mit 1,00 m Auslage = 200 kg*
• Bolzplatztor (3,00 x 2,00m) mit 1,50 m Auslage = 125 kg
• Bolzplatztor (3,00 x 2,00m) mit 1,00 m Auslage = 200 kg*
Fazit: Je kürzer die Auslage, desto mehr Kippgewicht wird benötigt
* Das Tor mit 1,0 Meter Tiefe ist nicht in der Norm genannt
Welches Gewicht benötigt wird:
Um sicherzustellen, dass Ihre zukünftigen Torgewichte auch optimal passen und das Gegengewicht den Vorschriften entspricht, haben wir für Sie diese kleine Hilfe erstellt.
Schritt 1:
Bitte messen Sie die Größe des Torrahmens. Nehmen Sie dafür bitte das innere Maß.
Schritt 2:
Bitte messen Sie die obere sowie die untere Auslage des Tors. Diese sind jeweils farblich in der Grafik gekennzeichnet. Hierfür setzen Sie an der Hinterkante des Torpfostens an und messen bis zum Netzbügel.
Schritt 3:
Der Bodenrahmen kann entweder rund, oval oder rechteckig sein. Messen Sie die Höhe und Breite des Bodenrahmens. Diese Details müssen wir wissen, um für Sie Ihr passendes Torgewicht zu ermitteln.
Ab wann ist ein mobiles Tor "Kippsicher"?
Das Tor wird in der üblichen Gebrauchsstellung aufgebaut. Ein Verrutschen des Tores wird durch geeignete Klötze verhindert. Anschließend wird mithilfe eines 3.000 mm langen Seils eine horizontale Kraft von 1.100 N auf die Mitte der oberen Querlatte für die Dauer von 1 Minute aufgebracht (siehe Skizze).
Während des gesamten Prüfvorgangs wird ein mögliches Kippen des Tores dokumentiert.
Das Fussballtor ist nach DIN-EN 748 kippsicher, wenn es während des Prüfvorgangs mit vor der geforderten Kraft von 1.100 N, nicht kippt.
Welche Möglichkeiten gibt es als Kippsicherung?
Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die verschiedenen Kippsicherungssysteme, damit man deren Eigenschaften und Vorteile besser beurteilen kann.
Bitte beachten Sie folgende Punkte:
- Das Gegengewicht muss der Torauslage (Tiefe) entsprechen. (siehe Tabelle)
- Festmontierte und bereits gefüllte bzw. in den Bodenrahmen integrierte Gegengewichte sind zu bevorzugen.
- Die Gegengewichte sollten im Rückraum des Tores mit gerundeten Profilen flach auf dem Boden liegen. Gegengewichte im Netzraum sind nicht zulässig.
- Durch die Gegengewichte dürfen keine zusätzlichen Gefahren entstehen, z.B. durch zu hoch stehende Schrauben, scharfe Kanten oder überstehende Enden
Beschwertes Tor ab Werk nach DIN-EN 748
Tore mit bereits werkseitig integrierten Gegengewichten bieten eine Kippsicherheit ohne zusätzliche Maßnahmen. Die angebauten Räder ermöglichen einen sicheren und komfortablen Transport. Dadurch sind die Tore besonders für den sofortigen Einsatz geeignet.
Das integrierte Kippsicherungsgewicht entspricht den Anforderungen der DIN 748.
Fussballtore, welche ab Werk bereits mit dem Kippgeicht ausgestattet sind, haben in der Regel ein TÜV GS-Zertifikat.
Hinweis:
Fußballtore, die nachträglich mit Gewichten (z. B. Sand oder Stahl) befüllt werden, erhalten künftig kein TÜV GS-Zeichen mehr. Hintergrund ist, dass die erforderliche Mindestmenge an Gewicht sowie deren ordnungsgemäße Umsetzung nicht zuverlässig gewährleistet werden können und somit die Voraussetzungen für eine TÜV-Zertifizierung nicht erfüllt sind.
Nachrüstgewichte für Fussballtore
Die Gewichte werden fest am Tor- oder Bodenrahmen montiert und sorgen so für eine dauerhafte Erhöhung der Standfestigkeit. Sie können entweder bereits werkseitig mit Stahl gefüllt geliefert oder alternativ vor Ort mit Betonelementen / Sand / Stahl befüllt werden.
Hinweis:
Nur Nachrüstgewichte, welche ab Werk das Gewicht erfüllen erhalten ein TÜV-Zertifikat. Unser Nachrüstgewicht "Small" ist ab werk beschwert und hat ein TÜV-Nord Baumuster Zertifikat.
Auflegegewichte
Eine flexible Sicherungslösung, die ohne Montage auskommt. Die Gewichte werden einfach auf den Torrahmen aufgelegt und lassen sich schnell positionieren sowie bei Bedarf wieder entfernen.
Hinweis:
Auflegegewichte erhalten seit Januar 2018 kein TÜV-Zertifikat mehr, da sie nicht fest und dauerhaft am Tor montiert sind. Eine zuverlässige und normgerechte Fixierung ist dadurch nicht gewährleistet.
Klemmbodenhülsen
Befestigung mit Klemmbodenhülsen. Erfüllt die Kippsicherheit nach DIN-EN 748.
Hinweis: Standort ist vorgegeben
Erdanker / Spiralanker
Kritische Variante: Einsatz von Bodenbefestigungen (z. B. Spiral- und Erdankern/-nägeln). Der Einsatz ist ausschließlich auf Rasenflächen vorgesehen.
Risiken bei der Verwendung von Bodenbefestigungen:
- Es besteht die Möglichkeit, dass keine ausreichende Standfestigkeit erreicht wird, da sich Spiral- oder Erdanker/-nägel aus dem Boden lösen können.
- Es kann nicht sichergestellt werden, dass die Bodenbefestigungen ordnungsgemäß im Boden verankert werden können.
- Je nach Bodenbeschaffung (Sandig, Lehmig, Nas, Trocken etc.) ist die Zugkraft unterschiedlich
Hinweis:
Spiralanker und Erdnägel werden nicht empfohlen, da die Kippsicherheit nicht dauerhaft sichergestellt werden kann.
Transport von mobilen Fussballtoren
Sicherheitsregeln beim Umgang mit Fußballtoren
Beim Bewegen und Transportieren von Fußballtoren ist besondere Vorsicht geboten. Bitte beachten Sie folgende Sicherheitshinweise:
- Das Bewegen von Toren darf ausschließlich von mehreren Personen gemeinsam durchgeführt werden.
- Zum Anfassen sind ausschließlich die Torpfosten zu nutzen – niemals das Netz.
- Das Mitfahren auf bewegten Toren ist strikt untersagt.
- Während des Transports darf sich keine Person im Gefahrenbereich aufhalten.
- Der sichere Transport sowie der Umgang mit Gewichten müssen im Vorfeld entsprechend eingewiesen werden.
- Der Trainer bzw. die Übungsleitung muss während des gesamten Vorgangs anwesend sein.
- Kinder und Jugendliche dürfen Tore nicht eigenständig bewegen.
- Auslasstore: Ein Anheben über Barrieren ist nicht zulässig.
Richtiges Versetzen von beschwerten Fussballtoren (siehe Video):
- Tore, insbesondere im Jugendbereich, sollten grundsätzlich von mindestens zwei Personen versetzt werden.
- Fassen Sie dazu gleichzeitig am Torpfosten und am Griff an und heben Sie das Tor gemeinsam nach hinten an.
- Greifen Sie anschließend mit beiden Händen die Griffe und heben Sie das Tor weiter an.
- Wechseln Sie während des Hebevorgangs mit einer Hand zum Netzbügel, sodass das Tor im Gleichgewicht gehalten wird.
- Fassen Sie danach mit beiden Händen den Torbügel und stabilisieren Sie das Tor in der Balance.
- In dieser Position kann das Tor sicher versetzt werden.
- Zum Absetzen gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge vor: vom Torbügel zum Netzbügel, anschließend zum Griff und zuletzt zum Torpfosten.
Aufbewahrung / Lagerung von mobilen Fussballtoren
Mobile Fußballtore sind jederzeit gegen Umkippen zu sichern, um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. Außerhalb des Spielfelds, einschließlich der entsprechenden Sicherheitszonen, sind die Tore ordnungsgemäß abzustellen. Dabei sollten sie paarweise stirnseitig zusammengestellt und unverrückbar, beispielsweise mit Ketten, gesichert werden. Zudem ist darauf zu achten, dass die Tore stets in aufrechter Position stehen.
• Jederzeit gegen Umkippen gesichert
• Außerhalb des Spielfelds (inkl. Sicherheitszone)
• Paarweise stirnseitig zusammengestellt
• Unverrückbar mit Ketten verschlossen
• Stehend
Weiterführende Informationen / Quellen
Anbei finden Sie eine Auswahl an Quellen zum sicheren und sachgerechten Umgang mit mobilen Fußballtoren. Die aufgeführten Materialien bieten hilfreiche Hinweise, Empfehlungen und Vorschriften zur Vermeidung von Unfällen sowie zur richtigen Handhabung im Trainings- und Spielbetrieb.
Auszug aus den Ergebnissen einer Online-Recherche zu den relevanten Schlagworten „Fußballtor“ und „erschlagen“
Sicherheitshinweis: Die folgenden Inhalte beruhen auf Recherchen zu den Schlagworten „Fußballtor“ und „erschlagen“. Ziel ist es, auf mögliche Gefahren und Unfallrisiken hinzuweisen und für einen sicheren Umgang zu sensibilisieren. Einzelne Darstellungen könnten dabei als belastend empfunden werden.









